Dokumentation der Zukunftsschmiede Hannover
Der Anfang ist gemacht! Mit über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft haben wir am 20. November 2010 im Rahmen unserer Zukunftsschmiede über gemeinsame Vorstellungen für die künftige Entwicklung Hannovers diskutiert. Spannende und interessante Diskussionen in insgesamt sechs Themenforen von SPD-Stadtverband und SPD-Ratsfraktion haben eines deutlich gemacht:
Die Menschen in Hannover wollen mitgestalten, wenn es um die künftige Entwicklung ihres unmittelbaren Lebensumfeldes geht! Diesen Wunsch wollen wir aufgreifen und im Jahre 2011 dazu einladen in weiteren Fachveranstaltungen Ideen, Anregungen, Vorstellungen und Wünsche zu diskutieren.
Am Ende dieses Prozesses wollen wir dann ein Kommunalwahlprogramm verabschieden, das eines deutlich macht: die SPD ist und bleibt die gestaltende Kraft in der Stadt Hannover. Wir wollen auch weiterhin gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Verbänden und Initiativen dafür Sorge tragen, dass die Menschen auch künftig gerne in Hannover leben und der hohe Identifizierungsgrad mit der Stadt erhalten bleibt!
Stephan Weil hat diesen Anspruch auf den Punkt gebracht: “Wir blicken auf eine gute Stadtentwicklung in den vergangenen Jahren zurück. Zur Selbstzufriedenheit aber besteht kein Grund. Wir müssen das Eisen auch zukünftig weiter schmieden!“
Erste Zwischenergebnisse und Überlegungen hierzu finden sich in der nachfolgenden Dokumentation zur Zukunftsschmiede 2010. In diesem Sinne grüßen sehr herzlich und freuen sich auf den weiteren Gedankenaustausch
| Walter Meinhold | Christine Kastning |
| Vorsitzender SPD-Stadtverband Hannover | Vorsitzende SPD-Ratsfraktion Hannover |
Hier finden Sie die Dokumentation der Zukunftsschmiede Hannover.
Bitte beachten Sie die Dateigröße!
Zwei zentrale Thesen zum solidarischen Hannover
von Peggy Keller
Ein solidarisches Hannover bedeutet für mich, ein Hannover in dem alle Menschen ein Zuhause haben, starke Bürgerinnen und Bürger für Schwache einstehen und Nachbarschaftshilfe aktiv gelebt wird.
Es gibt viele Bausteine die helfen, dass diese Vision in Hannover Wirklichkeit wird.
Ein Baustein ist die Gestaltung des sozialen Umfeldes im Quartier. Dazu gehören schon heute zum Beispiel die vielfältigen Angebote des kommunalen Seniorenservice, vom Tanztee in den Stadtteiltreffs, bis hin zu Malkursen, Ausflügen, Kochprojekten und Handwerkerservice (IKEM).
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Ein weiterer Baustein ist die „Soziale Stadt-Projekte“ in den Sanierungsgebieten. Das fängt beim Umsonstladen im Mittelfeld an und hört bei Jugendprojekten für Benachteiligte Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz noch lange nicht auf.
Dazu gehört der Stadtteilbauernhof im Sahlkamp, der es Kindern aus Familien mit wenig Geld und Perspektive ermöglicht, sinnvoll ihre Freizeit zu verbringen, praktische Fertigkeiten zu erlernen und vor allem Verantwortung.
Ein ganz wichtiger Baustein ist natürlich der Hannover-Aktiv-Pass, der auch Hartz-IV-Empfängern die Möglichkeit zur Teilhabe an Bildung, Kultur- und Freizeitangeboten gibt.
Und last but not least gehören die noch relativ jungen Nachbarschaftstreffs wie z.B. in List-NordOst dazu, die im wahrsten Sinne des Wortes Raum für vielfältiges ehrenamtliches Engagement bieten, aber auch für Feiern, Spaß und Tanz.
Zum Thema Stadtteilentwicklung/ Wohnen/Wohnumfeld:
Die zufällige „Mischung“ von Zuwanderern mit Einheimischen in einem Wohnquartier ist allein kein hinreichendes Instrument für Integration.
Im Gegenteil: Auch dort lässt sich prima nebeneinander her leben und lassen sich Vorurteile übereinander pflegen. Nachbarschaft muss deshalb gerade in diesen Quartieren aktiv gestaltet und organisiert werden. Die kommunale Sozialpolitik kann hier ein wichtiger Impulsgeber sein. Stichwort: Quartiersmangement.
Dies darf man nicht als Unterstützung von Kaffeekränzchen diffamieren und gering schätzen!
Um Konflikte zu vermeiden, ist ein Zusammenspiel der Zuständigkeiten für Wohnbelegungen in den Quartieren und der Wohnungswirtschaft notwendig.
Auch durch von der SPD initiierte Bildung von Integrationbeiräten in den Stadtbezirken mit aktiven Zuwanderern unterschiedlichster Herkunft, wird die interkulturelle Bildung gefördert.
Das Miteinander in den Quartieren wird lebendig. Von einander lernen und auf einander zugehen wird leicht gemacht. Unterschiedliche Kulturen lernen sich verstehen, Ängste und Vorurteile werden abgebaut. Fast alle Stadtbezirksräte haben inzwischen Integrationsbeiräte eingerichtet. Die Impulse und vielfältigen Projekte aus den Integrationsbeiräten bereichern schon heute die Stadtteile.
Bildung, Spracherwerb und Migrantenökonomie in einer ortsnahen Organisationsstruktur wie ein Familienzentrum die in vielen Stadtbezirken eingerichtet werden mit unterschwelligen Angeboten gefördert werden.
Besonders Mütter die z.B. in der Nachbarschaft des Familienzentrums ihre Kinder im Kindergarten haben, profitieren von den entstehenden Netzwerken. Frauen und Mütter sind eine wichtige Schlüsselfigur der Integration in der Familie.
Über den Umweg der Kinder finden sie schnell Kontakt zu anderen Müttern und lernen voneinander. Und sie fühlen sich mit ihren Problemen nicht mehr allein sondern helfen sich ganz praktisch untereinander.
Viele sind dann auch bereit sich in der Gesellschaft zu engagieren.
Die in den Stadtbezirken eingerichteten Integrationsbeiräte hierfür sind ein gutes Beispiel zur Teilhabe und gesellschaftliches Zusammenlebens. Mit eigenem Etat ausgestattet dürfen die Akteure mit Zustimmung der jeweiligen Bezirksräte eigene Anträge stellen und begleiten.
Sie sind eher offen für Beratungen, wollen zügig die Sprache sprechen damit sie den Alltag und das Leben hier genießen können.
Eine Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlicher Herkunft und Religion. Alle sollen von den Angeboten partizipieren.
Unter dem Aspekt des demographischen Wandel, ist es wichtig eine ganzheitliche Struktur in den Quartieren einzurichten. Seniorinnen und Senioren mit ausländischer Herkunft haben hier ihre zweite Heimat gefunden, oder finden müssen. Es wird schwerer für diejenigen, die sich bisher nicht integrieren konnten.
Auch für sie muss ein Ort des Zusammenkommens vorhanden sein.
Eine Kürzung der Mittel zur sozialen Stadtentwicklung wie der Bund es jetzt vorschlägt, ist ein falsches und fatales Signal. Die Kommunen werden schon schwer belastet, es kann nicht sein das die Verantwortung der finanziellen Mittel nur auf Kosten der Kommunen fallen und die schwarz gelbe Regierung sich mit Alibigipfeln schmückt.
Peggy Keller