'Fluchtpunkt' Hannover – Ort der Sicherheit und Zuflucht
Am vergangenen Donnerstag, den 30. Januar, luden die SPD-Ortsvereine aus der List und Vahrenwald zu einer Diskussionsveranstaltung zur Flüchtlingspolitik in Hannover ein. Als Gäste auf dem Podium waren geladen: Irene Wegener, Leiterin eines Flüchtlingswohnheims in der Südstadt, Irma Walkling-Stehmann, Bezirksbürgermeisterin aus Vahrenwald-List, Marc Schalow, Bereichsleiter Stadterneuerung und Wohnen der Landeshauptstadt Hannover
sowie Thomas Hermann, baupolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion. Die Moderation übernahm Michael Höntsch MdL.
Rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der SPD und kamen ins Freizeitheim Vahrenwald, um sich über die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Hannover zu informieren. Deren Zahl sei in den vergangenen Jahren stark angestiegen, wie Marc Schalow von der Stadt Hannover zu berichten wusste: Während im März 2010 gerade einmal 160 Menschen in Hannover Zuflucht suchten, sind aktuell mehr als 1160 Flüchtlinge in Wohnprojekten untergebracht. Bei den Flüchtlingen handelt es sich vor allem um Menschen aus der Russischen Föderation (Tschetschenien), dem arabischen Raum (etwa Syrien) sowie Afghanistan. Sie fliehen vor den Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen in ihrer Heimat. Darüber hinaus gäbe es eine beträchtliche Zahl an Roma, die aus Rumänien und Bulgarien nach Deutschland kämen, um der Gewalt und Unterdrückung in diesen Ländern zu entkommen. Aufgrund der immens gestiegenen Zahl an Schutzsuchenden sei die Bereitstellung neuen Wohnraums die vorrangige Aufgabe städtebaulicher Flüchtlingspolitik, so Thomas Hermann.
„Hannover soll ein Ort der Sicherheit und Zuflucht werden“, so formulierte Irene Wegener ihre Vision einer ehrlichen Willkommenskultur. In Deutschland dürften nicht nur jene Menschen herzlich aufgenommen werden, die dem Land unmittelbaren ‚Nutzen‘ bringen – etwa Akademiker und Fachkräfte. Vielmehr müssten auch die Menschen willkommen geheißen werden, die zu uns kommen, weil sie unsere Unterstützung brauchen. Die Erfahrung zeige dabei, so Wegener, dass viele Ängste besorgter Bürgerinnen und Bürger unbegründet seien: Erhöhte Kriminalität – etwa Diebstähle oder Drogenkonsum – gäbe es im Wohnheim in der Hildesheimer Straße überhaupt nicht. Im Gegenteil habe sich das Wohnheim gut in den Stadtteil integriert und viele Besucherinnen und Besucher seien immer wieder überrascht, mit welcher Freundlichkeit die Bewohnerinnen und Bewohner ihnen begegneten.
Ähnliches berichtete auch Irma Walkling-Stehmann über die Flüchtlinge, die zurzeit im ehemaligen Hotel Aden in der Büttnerstraße (Vahrenwald) untergebracht sind. Die Bezirksbürgermeisterin gehört zu einer Initiative, die sich um die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen dieser Unterkunft kümmert. Spenden seien dabei sehr wichtig, so Walkling-Stehmann: „Gerade jetzt im Winter brauchen die Menschen warme Kleidung, weil sie Schnee und Kälte aus ihrer Heimat nicht kennen.“ Sie hoffe auf die Unterstützung vieler Menschen unserer Stadt, so Walkling-Stehmann. Schließlich könnten alle ein Stück zur Willkommenskultur beitragen.