"Für dieses Morden gibt es keine Rechtfertigung" – SPD List-Nord diskutiert über den Terror des IS
Täglich erreichen uns neue schreckliche Berichte über die Gräueltaten der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS). Angesichts der bedrückenden Aktualität der Ereignisse hatte der SPD-Ortsverein List-Nord gemeinsam mit dem SPD-Stadtverband Hannover am 25. September 2014 zu einer gemeinsamen Veranstaltung über den IS und die Situation im Irak, in Syrien und in den Nachbarländern eingeladen.
Mit Dr. h.c. Herbert Schmalstieg, dem ehemaligen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Heidrun Merk, Landesministerin a. D., und Naciye Celebi-Bektaş vom Verband kurdischer Ärzte in Deutschland konnten hochkarätige Referent(inn)en gewonnen werden, die von ihren zahlreichen Besuchen direkt vor Ort berichteten.
Dass das Thema viele Menschen auch in Deutschland beschäftigt und bewegt, zeigte der bis auf den letzten Platz voll belegte Saal im AWO Heim Freundschaft. Herbert Schmalstieg informierte in seinem Eröffnungsvortrag fundiert über die Terrororganisation Islamischer Staat und die Lage insbesondere in den kurdischen Gebieten. Naciye Celebi-Bektaş, die gemeinsam mit ihrem Mann Prof. Dr. Hüseyin Bektaş erst kürzlich von einem Hilfseinsatz in den Flüchtlingslagern nach Hannover zurückgekehrt war, berichtete eindrücklich von dem Leid und den traumatischen Erlebnissen der unzähligen Vertriebenen, denen es in den Camps an nahezu allem mangelt. Heidrun Merk wies in ihrem Vortrag vor allem darauf hin, dass insbesondere in den autonomen Kurdengebieten im Nordirak in den letzten Jahren viel wertvolle Aufbauarbeit geleistet worden ist, die nun durch den IS wieder vollständig zerstört wird.
An die drei Impulsvorträge schloss sich eine engagierte und emotional geführte Debatte an, die zeigte, dass uns die Gräueltaten des IS in Deutschland nicht gleichgültig lassen und auch nicht gleichgültig lassen dürfen. Egal ob Muslime, Christen oder Atheisten, ob Deutsche, Türken oder Yeziden – einig waren sich letztlich alle darin, dass die Morde und Terrorakte des IS durch nichts zu rechtfertigen sind und dass die Flüchtlinge unsere Hilfe dringend benötigen – besonders angesichts des bevorstehenden Winters. „Bringen Sie den Flüchtlingen, die hierher kommen, Offenheit und Menschlichkeit entgegen, denn sie haben Furchtbares erlebt“, appellierte Heidrun Merk an die Anwesenden. Naciye Celebi-Bektaş bedankte sich – ebenso wie mehrere anwesende Yeziden – bei den Zuhörerinnen und Zuhörern für ihr Interesse. Für die Flüchtlinge sei es ganz wichtig, dass ihre Geschichte erzählt werde und sie nicht in Vergessenheit gerieten.
Dies mochte die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins List-Nord, Peggy Keller, gerne versprechen. „Der Ortsverein wird sich auch weiter mit dem Thema beschäftigen“, sagte sie zu.
Wer den Verband kurdischer Ärzte in Deutschland bei seiner Arbeit in den Flüchtlingscamps durch eine Spende unterstützen möchte, kann dies über die folgende Bankverbindung tun:
Verband Kurdischer Ärzte in Deutschland e.V.
Stichwort: Spende für Flüchtlinge in Kurdistan Rojava-Shingal
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
IBAN: DE 39 3006 0601 0008 7790 23
BIC: DAAEDEDDXXX